Drei Jahre lang haben Archäologen im Oppidum von Manching in der Vergangenheit gegraben - nun erzählen die Funde neue Geschichten aus der Welt der Kelten. In der ohnehin schon am besten erforschten Keltensiedlung Mitteleuropas kamen mehr als 40.000 weitere Fundstücke ans Licht: von winzigen Fischschuppen bis zur kunstvoll gegossenen Bronzestatuette. «Das Oppidum von Manching ist von unschätzbarem Wert für die Wissenschaft», resümierte der Generalkonservator des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege, Mathias Pfeil.
So konnte das Forscherteam anhand von Fischschuppen und Gräten erstmals belegen, dass die Kelten in der späteisenzeitlichen Siedlung südöstlich von Ingolstadt Fisch aßen. Spuren von Hammerschlägen verraten, dass sie Eisen verarbeiteten – eine Fertigkeit, die bisher ebenfalls nur vermutet wurde. Ernährt haben sich die Menschen nachweislich von Getreide, Rind- und Schweinefleisch, Milchprodukten und Fisch. In der Stadt gab es reine Handwerksviertel, und Werkstoffe wie Keramik, Holz und Metall wurden recycelt, um Ressourcen zu sparen.