Dass die Gemeinde Neufahrn nördlich von München ein paar hundert Jahre älter ist als die Landeshauptstadt, war bekannt. Skelettfunde zeigen nun: Die Anfänge des 20.000 Einwohner-Ortes liegen noch deutlich weiter zurück. Mithilfe von wissenschaftlichen Untersuchungen der 2021 am Pfarrweg und am Mesnerhaus gefundenen Skelette kann das Alter von Neufahrn um mindestens 100 Jahre zurückverlegt werden, wie der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Neufahrn, Ernest Lang, berichtete.
Unterschiedliche Bestattungsbräuche
«Die Menschen errichteten hier mehrere Hofstellen, von denen sich die Reste der typischen, in den Boden eingelassenen Grubenhäuser sowie einige Langhäusern erhalten haben», sagte Kreisarchäologin Delia Hurka über die frühe Besiedelung. Nicht ungewöhnlich sei die Art von sieben Bestattungen innerhalb von Höfen mit Wohnhaus und Nebengebäuden. Es handele sich um zwei Dreiergruppen von einer Frau und zwei Männern im Norden, einem Mann und zwei Frauen etwas weiter südlich sowie einer Einzelbestattung eines Mannes. Sie alle waren in westöstlicher Lage beigesetzt.
Radiokarbonmethode gibt Aufschluss
Insgesamt 17 Skelette - sechs aus dem Bereich des Pfarrweges und elf aus dem Bereich des Mesnerhauses - wurden mit der Radiokarbonmethode untersucht. Dabei wird das radioaktive Kohlenstoffisotop C-14 gemessen, das mit einer bestimmten Halbwertszeit zerfällt - und so Ausschluss gibt über das Alter bestimmter Objekte. Die Ergebnisse sollen auf Schautafeln zusammen mit anderen Fundstücken aus dem Gemeindegebiet in Vitrinen im sanierten Mesnerhaus der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
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