Krisen und Kriege bescheren dem Münchner Sicherheitstechnik- und Banknotenhersteller Giesecke+Devrient florierende Geschäfte. Im vergangenen Jahr verzeichnete das 1852 gegründete Unternehmen mit einem Auftragseingang von 3,6 Milliarden Euro den höchsten Wert seiner Geschichte, wie Vorstandschef Ralf Wintergerst der Deutschen Presse-Agentur sagte. Das war ein Anstieg um acht Prozent. Der Umsatz stieg um 1,3 Prozent auf knapp 3,2 Milliarden Euro, der Nettogewinn allerdings sank wegen eines Steuereffekts um gut 3 Prozent auf 85 Millionen Euro.
Quantencomputer bringen neue Herausforderungen
«Unsere drei Geschäftsbereiche sind alle gleichmäßig gut gefahren», sagte Wintergerst. «Sicherheitstechnologie ist im Aufwind.» Sehr stark wächst nach den Worten des Managers der Geschäftsbereich digitale Sicherheit: «Wir müssen alle Produkte auf das Zeitalter der Quantencomputer vorbereiten.»
Da Quantencomputer eine sehr viel höhere Rechenleistung haben als herkömmliche Rechner, werden diese in nicht allzu ferner Zukunft womöglich bisherige Verschlüsselungen brechen können. «Dafür brauchen wir längere Schlüssel», sagte Wintergerst. «Eine Frage ist, ob diese noch auf die bisherigen Chips passen.»
Das Unternehmen will seine Aktivitäten als Dienstleister für die Finanzbranche ausbauen. Im Dezember hatte G+D den Bereich Dienstleistungen für Bezahltechnologie und Banken von einer Tochter des Bundesverbands deutscher Banken übernommen. «Wir werden kein Bezahldienstleister, aber wir bieten Lösungen etwa für die Authentifizierung von Bezahltransaktionen», sagte Wintergerst.