Die Holocaust-Überlebende und frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch (92), hat als Gastprofessorin der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf eindrücklich auf die aktuellen Ängste jüdischer Menschen hingewiesen. «Wir erleben, wie unser Fundament unterspült wird. Wir erleben den Hass gegen jüdische Menschen. Die einzige Möglichkeit für Juden, heute ein unbeschwertes Leben zu führen, ist ihr Jüdischsein nicht erkennbar zu machen», sagte die 92-Jährige bei ihrer ersten Vorlesung im größten Hörsaal der Düsseldorfer Universität.
«Ich möchte diese Gastprofessur als lautes Nachdenken nutzen, über dieses Land, mein Selbstverständnis und das Leben der jüdischen Bürgerinnen und Bürger in diesem Land», sagte Knobloch, die seit bald 40 Jahren Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern ist.