Die Krise im Wohnungsbau wird nach Einschätzung vieler Branchenvertreter ohne mehr Geld und mehr Baugrundstücke bei weniger Bürokratie und weniger rigiden Bauvorschriften vorerst andauern. Bei einer Landtagsanhörung in München beklagten die Vertreter von Baubranche, Wohnungsunternehmen, Architekten und Ingenieuren am Dienstag nahezu einstimmig den Wust an Vorschriften, Mangel an Fördergeldern sowie das Hü und Hott vor allem in der Bundespolitik. Auch ohne eine Erhöhung der Zuschüsse würde eine Vereinfachung von Bauvorschriften und Lockerung der Baustandards die Bautätigkeit zumindest beleben, argumentierten mehrere der vom Bau- und Verkehrsausschuss eingeladenen neun Fachleute.
Der Wohnungsbau brach in den vergangenen zwei Jahren wegen des gleichzeitigen Anstiegs von Zinsen und Baukosten ein. Ziel der Bundesregierung sind 400.000 neue Wohnungen pro Jahr. In diesem Jahr rechnen Baubranche und Ökonomen damit, dass sich die Zahl der Neubauwohnungen eher in Richtung 200.000 nach unten bewegt. «Es ist einfach für den geförderten Wohnungsbau zu wenig Geld da», sagte Hans Maier, der Direktor des Verbands bayerischer Wohnungsunternehmen.