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Wie Bayern bei barrierefreien Bahnhöfen vorankommt

Fast die Hälfte der Bahnhöfe in Bayern ist nicht barrierefrei. (Symbolbild) / Foto: Sven Hoppe/dpa
Fast die Hälfte der Bahnhöfe in Bayern ist nicht barrierefrei. (Symbolbild) / Foto: Sven Hoppe/dpa

Wer im Rollstuhl oder mit Kinderwagen in Bayern mit der Bahn fährt, stößt an vielen Halten an schwer überwindbare Hürden. Um das zu ändern, gibt der Freistaat extra Geld - doch der Ausbau dauert.

In Bayern sollen dieses Jahr 23 weitere Bahnhöfe barrierefrei werden. Der Freistaat wolle dafür wieder freiwillig Geld bereitstellen - in einer ähnlichen Größenordnung wie den rund 17 Millionen Euro des Vorjahres, sagte ein Sprecher des bayerischen Verkehrsministeriums. Final entscheiden muss das noch der Landtag mit dem Haushalt 2026/27.

Die Liste der Bahnhöfe, die barrierefrei ausgebaut werden soll, reicht von A wie Abensberg bis Z wie Zirndorf - die Orte liegen in sämtlichen Regierungsbezirken mit Ausnahme von Oberbayern. Am meisten Bahnhöfe (je fünf) sollen in Niederbayern, Schwaben und der Oberpfalz ausgebaut werden. Die Angaben beruhen laut Verkehrsministerium auf Informationen der DB InfraGO, der Bahn-Tochter, die für die Infrastruktur zuständig ist. 

Schafft die Staatsregierung ihr selbstgesetztes Ziel?

Die Finanzierung ist eigentlich Sache des Bundes. Bayern gibt aber freiwillig Geld dazu - auch um ein Ziel aus dem Koalitionsvertrag der Staatsregierung zu erreichen. 2024 haben CSU und Freie Wähler beschlossen, bis 2028 weitere 100 Bahnstationen im Freistaat barrierefrei auszubauen. «Mit den 28 Stationen in 2024, den 15 Stationen in 2025 und den für 2026 geplanten 23 Stationen wäre man schon bei 66», sagte der Ministeriumssprecher. Man sehe sich damit auf einem guten Weg.

Bis alle Bahnhöfe in Bayern barrierefrei sind, wird es aber noch etwas dauern. Aktuell sind laut Verkehrsministerium 561 von 1.079 Bahnhalten in Bayern so ausgebaut, dass sie zum Beispiel auch für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Kinderwagen ohne Hindernisse nutzbar sind - also etwas mehr als die Hälfte.

Vor allem auf dem Land viele Hindernisse

Besonders an weniger frequentierten Bahnhöfen im ländlichen Raum stoßen Fahrgäste demnach oft auf Hindernisse. Die meisten Stationen, an denen verhältnismäßig viele Menschen ein- und aussteigen, seien dagegen barrierefrei, teilte das Ministerium mit. Rund 82 Prozent der Fahrgäste könnten somit ohne bauliche Hindernisse an Bahnhöfen reisen.

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) betonte, Barrierefreiheit sei auch für Reisende mit schwerem Gepäck oder mit Fahrrädern essenziell: «Nur mit Barrierefreiheit schaffen wir eine breite Akzeptanz und Nachfrage in der Bevölkerung.»

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