Die politischen Verwerfungen in den USA kosten Infineon die Jahresprognose. Angesichts erwarteter Zölle und der starken Abschwächung des Dollars in den vergangenen Monaten hat der Halbleiterkonzern aus Neubiberg bei München seine Erwartungen für das laufende Jahr gesenkt. Konzernchef Jochen Hanebeck geht nun von einem leicht rückläufigen Umsatz und weniger Marge aus und will weniger investieren. Dabei hatte er die Erwartungen für den Umsatz erst im Februar erhöht - weil der Dollar damals deutlich höher bewertet worden war als aktuell.
Alleine die jüngste Kursänderung der US-Währung hätte das Unternehmen dabei sogar noch wegstecken können, ohne bei der Prognose zurückzurudern. «Infineon hat sich im zweiten Quartal gut geschlagen. Wir wären voll auf Kurs und lägen für das Geschäftsjahr im Rahmen der bisherigen Erwartungen, selbst bei einem ungünstigeren Dollarkurs von 1,125», sagt Hanebeck. Doch die erwarteten Folgen der Zölle sind dann voraussichtlich doch zu viel: «Da unser Auftragseingang nach wie vor keinerlei Abschwächung zeigt, können wir die Auswirkungen der Zollauseinandersetzungen nur pauschal abschätzen», sagt der Infineon-Chef. Das tut das Unternehmen mit einem Abschlag von 10 auf den erwarteten Umsatz im vierten Geschäftsquartal.