Fast vier Jahre nach dem Abschalten des Kernkraftwerks im schwäbischen Gundremmingen sollen heute genau um 12.00 Uhr die beiden 160 Meter hohen Kühltürme gesprengt werden. Es wird das erste nach außen hin sichtbare Zeichen des Rückbaus der Atomanlage sein. Zu der spektakulären Aktion werden Tausende Zuschauerinnen und Zuschauer erwartet.
Rund zwei Stunden vor der Sprengung waren in der Region bereits etliche Schaulustige unterwegs, um sich gute Plätze zu suchen. Nach Angaben eines Sprechers des Kraftwerksbetreibers RWE laufen die Vorbereitungen wie geplant. Es habe keine unvorhergesehenen Ereignisse gegeben. Auch die Polizei berichtete davon, dass es keine besonderen Vorfälle gegeben habe.
Der Abriss der Türme wird von der Thüringer Sprenggesellschaft durchgeführt, die schon mehrfach solche Großprojekte umgesetzt hat. Insgesamt 56.000 Tonnen Stahlbeton sollen binnen weniger Sekunden zerstört werden. Nach Angaben der verantwortlichen Sprengingenieurin Ulrike Matthes wird sich der erste Kühlturm nach der Detonation leicht zur Seite neigen und dann auf relativ kleiner Fläche zusammenfallen. «Der Turm kippt an und kollabiert in sich», sagte sie. 15 Sekunden später folge der zweite Turm.