Siemens Energy ist auf Kurs zum ersten Jahresgewinn seiner noch jungen Geschichte. Zwar meldete das Unternehmen für das abgelaufene dritte Geschäftsquartal einen Verlust von 102 Millionen Euro, gleichzeitig bekräftigte es aber die Prognose, am Jahresende einen Gewinn von bis zu einer Milliarde Euro auszuweisen. Nach den ersten neun Monaten ist der zuletzt krisengeschüttelte Energietechnikkonzern auf bestem Weg, zum ersten Mal als eigenständiges Unternehmen ein Geschäftsjahr in den schwarzen Zahlen zu beenden. Es wäre eine gewaltige Verbesserung, denn am Ende des letzten hatte noch ein horrender Verlust von 4,6 Milliarden gestanden.
Es ist nach wie vor das Windkraftgeschäft Gamesa, das Energy belastet. Dort leidet der Konzern unter Fehlern in der Vergangenheit: Einerseits muss er Verträge abarbeiten, mit denen angesichts gestiegener Kosten kein Gewinn mehr zu machen ist. Andererseits kosten Qualitätsprobleme bei zwei Onshore-Windturbinentypen Geld und Neugeschäft. Dazu kommen Hochlaufkosten beim Geschäft mit Windrädern im Meer. Immerhin, diese Belastungen sind keine Überraschung - anders als in den vergangenen Jahren, als regelmäßig schlechte Nachrichten der damals noch nicht eingegliederten spanischen Tochter Siemens Gamesa den Mutterkonzern zu Gewinnwarnungen zwangen.