Der Frankenschnellweg in Nürnberg wird ausgebaut. Eine Mehrheit der Bürger der zweitgrößten Stadt Bayerns haben das am Sonntag mit einer recht klaren Stimmenmehrheit so gewollt. Dennoch bleibt das milliardenschwere Verkehrsprojekt eines der umstrittensten in ganz Deutschland - wegen hoher Kosten, einer Bauzeit von mindestens einem Jahrzehnt und nicht völlig klaren Auswirkungen für die Verkehrsflüsse. Und es ist auch ein Beispiel dafür, wie Umwelt- und Naturschützer sich selbst und ihren Belangen einen Bärendienst erweisen können.
Die Gegner des Ausbaus haben wohl zu hoch gepokert - und stehen jetzt zwar nicht ganz mit leeren Händen da - aber mit sehr viel weniger verbrieftem Umwelt- und Naturschutz, als sie selbst schon einmal erreicht hatten.
2019 hatte der damalige Bund-Naturschutz-Landeschef Richard Mergner mit der Nürnberger Stadtspitze einen Kompromiss ausgehandelt. Auf ein ganzes Bündel von Ausgleichsmaßnahmen hatte sich die Stadt damals eingelassen - nur, um das inzwischen seit mehr als drei Jahrzehnten diskutierte Projekt endlich durchzukriegen.