Bei der Sanierung der hochverschuldeten Baywa zeigen sich die Gläubigerbanken mit neuen Krediten für die größte Problemtochter des Münchner Mischkonzerns großmütig. Deswegen wird nun der erst Ende Februar veröffentlichte Verkaufsplan für die im Ökostromgeschäft in schwere Not geratene Baywa r.e. kurzfristig geändert, wie sowohl die Muttergesellschaft Baywa AG als auch das Tochterunternehmen in separaten Mitteilungen publik machten. Unterschrieben ist der neue Plan noch nicht.
Baywa AG muss 350-Millionen-Euro-Darlehen nicht abschreiben
Der ursprüngliche Plan war komplizierter und wäre für die Baywa AG mit einem großen Pferdefuß verbunden gewesen. Demnach hätte die Baywa r.e. ebenfalls 435 Millionen Euro bekommen, davon jedoch 150 Millionen nicht durch neue Kredite, sondern mittels einer Kapitalerhöhung. Diese Kapitalerhöhung sollte der Schweizer Mitgesellschafter Energy Infrastructure Partners (EIP) in die Wege leiten, der damit auch die Mehrheit an der Baywa r.e. übernommen hätte.
Eigenkapital bleibt positiv
Der Pferdefuß bestand darin, dass die Mutter Baywa AG im Gegenzug auf 350 Millionen Euro Gesellschafterdarlehen verzichten sollte, die sie der Tochter gewährt hatte. Die Abschreibung der 350 Millionen wiederum hätte dazu geführt, dass das Eigenkapital der Baywa AG ins Minus gerutscht wäre. Deswegen hätte das Unternehmen dann auch eine außerordentliche - und mutmaßliche sehr turbulente - Hauptversammlung einberufen müssen. Nun soll das Eigenkapital positiv bleiben und auch kein außerordentliches Aktionärstreffen notwendig sein.