Mit breiter Mehrheit hat sich der Kreistag Landsberg am Lech gegen die bereits laufenden und mögliche künftige Gasbohrungen im gesamten Landkreis ausgesprochen. Der Kreistag begründet dies «insbesondere mit möglichen Risiken für das Grundwasser, das Landschaftsbild und den Klimaschutz sowie mit Auswirkungen auf Umwelt, Landwirtschaft und Tourismus in unmittelbarer Umgebung», wie es aus dem Landratsamt auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur hieß.
Gassuche verlief bisher ohne Komplikationen
In der Gemeinde Reichling im Landkreis Landsberg am Lech wird derzeit nach Erdgas gesucht. Im Konzessionsgebiet «Kinsau 1A» unweit des Ammersees wurde dazu bis Mitte September eine Probebohrung in eine Tiefe von ungefähr 3.400 Metern durchgeführt. Nach Angaben der verantwortlichen «Energieprojekt Lech Kinsau 1 GmbH» konnte die Bohrung ohne Komplikationen oder Schäden für die Umwelt abgeschlossen werden.
Analyse der Bohrergebnisse noch nicht bekannt
Inwiefern die Suche erfolgreich war und am Ende tatsächlich Erdgas gefördert werden kann, ist aber noch immer offen: «Fachlich fundierte Erkenntnisse liegen erst in einigen Wochen vor.» In einer späteren Mitteilung zur Probebohrung hieß es: «Es wurden gute Kohlenwasserstoffvorkommen identifiziert, und in den Schlammgruben war etwas Öl zu sehen.»
In der Region gab es fortwährend massive Proteste gegen das Gasprojekt. Umweltschutzorganisationen und Anwohner hatten immer wieder im Umfeld des Bohrplatzes gegen die Gassuche protestiert.