In jeder dritten bayerischen Planungsregion ist laut einer Potenzialanalyse die gesetzlich festgeschriebene Ausweisung von 1,8 Prozent der Fläche für Windenergie nicht zu erreichen. Dies geht aus einer Auswertung des Ökoenergie-Instituts Bayern (ÖIB) im Landesamt für Umwelt hervor. Demnach liegt das Potenzial im Raum Ingolstadt bei 1,7 Prozent, in Nürnberg bei 1,6 Prozent, in Donau-Wald, Allgäu und Oberland bei je 1,4 Prozent und in Südostbayern gar nur bei 1,3 Prozent.
Bundesregierung will Flächenwerte nochmals überprüfen
Die Bundesregierung hatte zudem im Frühjahr 2025 angekündigt, die Flächenbeitragswerte nochmals zu überprüfen. «Ich freue mich sehr, dass inzwischen die Mehrheit der Regionen in Bayern – trotz der noch ausstehenden Bestätigung des Flächenziels 2032 durch den Bund – die Windenergiesteuerung erfolgreich umgesetzt hat», sagte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler). Die Orientierungswerte könnten «die Spannungen vor Ort» reduzieren.
Aufgrund der regional sehr unterschiedlichen Windenergiepotenziale hat die Staatsregierung zunächst einheitlich nur die Mindestziele bis Ende 2027 für alle 18 bayerischen Regionen vorgegeben. Werden die Vorgaben nicht erfüllt, können Windenergieanlagen auch ohne Steuerungsmöglichkeiten durch Länder und Kommunen errichtet werden.
Aiwanger: Konfliktfreier Ausbau ist keine leichte Aufgabe
«Der Ausbau der Windenergie an verträglichen und möglichst konfliktarmen Standorten bei größtmöglicher kommunaler Akzeptanz ist keine leichte Aufgabe», betonte Aiwanger. Mehr als die Hälfte der 18 Planungsverbände hätten in den vergangenen drei Jahren zusammen rund 62.540 Hektar neue Windenergiegebiete ausgewiesen. Dahinter stünden aufwendige Planungsprozesse.