Viele Kindergartenkinder aus Mittelfranken haben gegenüber dem Rest der Welt einen großen Wissensvorteil: Auf die Frage, wer als erster Mensch ein motorgetriebenes Flugzeug in die Luft brachte, antworten sie nicht automatisch: Die Gebrüder Wright! Denn bei einem Museumsbesuch im Örtchen Leutershausen bei Ansbach haben sie erfahren: Das erste Motorflugzeug hat ein Franke entwickelt: Gustav Weisskopf.
Am 14. August 1901, also vor genau 125 Jahren, so ist es überliefert, hob die Maschine im US-Städtchen Bridgeport im US-Bundesstaat Connecticut vom Boden ab. Den Gebrüdern Wright gelang ihr erster Motorflug in Kitty Hawk erst im Dezember 1903. Auch das US-Luftfahrt-Standardwerk «Jane's», eine Art «Bibel» für Luftfahrtexperten, ist sich seit 2013 sicher: «Die Wrights lagen richtig, aber Weisskopf lag vorne.»
Andere Experten sind nicht so überzeugt. So erkennt etwa das renommierte Luft- und Raumfahrtmuseum in Washington die Leistung von Weisskopf nicht an. Beim Besuch eines Reporters nur Monate nach der angeblichen Pionierleistung sei bei ihm nichts mehr von dem Flugzeug zu sehen gewesen - stattdessen habe er wieder an einem Dreidecker experimentiert, wie schon vor der «Nr. 21». Und auch zehn Jahre nach dem angeblichen Pionierflug sei er nicht mehr in der Luft gewesen. Auch das Deutsche Museum in München erkennt Weisskopf nicht an.