Ungeachtet eines anhaltenden Radfahr-Booms haben gleich drei renommierte Fahrradfirmen aus Bayern im Zuge der Schwierigkeiten ihrer niederländischen Mutter Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Schweinfurt bestätigte am Montag, dass mit Beschluss vom vergangenen Freitag Verfahren in Eigenverwaltung für die deutsche Holding der niederländischen Accel-Gruppe sowie deren Tochtergesellschaft Winora Staiger GmbH, Ghost Bikes GmbH und Engelbert Wiener Bike-Parts GmbH angeordnet wurden. Als vorläufiger Sachwalter sei der Nürnberger Rechtsanwalt Stefan Debus eingesetzt worden.
Probleme in vielen Ländern
Der Versuch eines strukturierten Verkaufsprozesses für die gesamte Accell Group sei zum Monatswechsel endgültig gescheitert. Infolgedessen habe die Accell Group weltweit in zahlreichen Ländern innerhalb und außerhalb der Europäischen Union Insolvenzanträge gestellt, darunter in den
Niederlanden, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Belgien, Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden und Ungarn.
Mit dem Verfahren in Eigenverwaltung hat die bestehende Geschäftsführung die Möglichkeit, den Sanierungsprozess in Abstimmung mit den Gläubigern selbst zu steuern. Der deutsche Fahrradmarkt sei ein solide Grundlage für eine Sanierung, heißt es aus dem Büro des vorläufigen Sachwalters. Die Marken seien im Markt gut positioniert.
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