In der wegen der Suche nach Erdgas bundesweit bekannt gewordenen Gemeinde Reichling im Ammersee wächst die Sorge vor möglichen Enteignungen. «Wenn die das durchziehen, wird es Enteignungen geben. Deshalb wächst hier schon mit jedem Tag die Sorge vor dem, was uns im nächsten Jahr erwartet», fasst Claudia Danner von der Bürgerinitiative Reichling-Ludenhausen die Stimmungslage zusammen.
Worauf Danner anspielt, ist schon lange ein Thema in dem kleinen Ort unweit des idyllischen Ammersees. Nachdem jedoch im vergangenen September die von vielen Protesten begleitete Probebohrung unweit des Ortes offiziell abgeschlossen wurde, wachsen die Befürchtungen.
Um die Gemengelage auch als Außenstehende verstehen zu können, muss man Folgendes wissen: Zwar ist der etwa 40 Meter hohe, rot-weiße Bohrturm schon seit Monaten wieder verschwunden. Für die dahinterstehende «Energieprojekt Lech Kinsau 1 GmbH» gilt dies aber keineswegs. Derzeit wird in einem Labor analysiert, ob sich wirklich wie vermutet in rund 3.400 Metern Tiefe unter der Gemeinde nennenswerte Mengen an förderfähigem Erdgas befinden. Das Ergebnis könnte im ersten Quartal 2026 veröffentlicht werden. Sollte dem so sein, wird in Reichling so schnell keine Ruhe einkehren. Im Gegenteil.