Sie haben gehofft und gebangt: Seit April hat ein Verein versucht, ein mehr als 130 Jahre altes Dampfschiff aus dem Bodensee zu holen. Doch seit einem zweiten Fehlversuch ist klar: Die Bergung der «Säntis» ist für das Team des Schiffsbergevereins endgültig gescheitert. Schweren Herzens habe man sich nach mehreren technischen Rückschlägen für das Ende des Projekts entschieden, teilten die Verantwortlichen am Montag in Romanshorn in der Schweiz mit. Es herrsche Enttäuschung und Trauer.
Tausende Arbeitsstunden und ein Großteil des Budgets sei in die beiden Bergungsversuche geflossen, erklärte Vereinspräsident Silvan Paganini. Für ihn sei das Projekt nach dem Fehlschlag vom Sonntag gestorben. «Ich kann diesen Aufwand nicht mehr betreiben», sagte der 40-jährige Familienvater. Das Familienleben habe unter dem aufwendigen Projekt gelitten. «Da muss ich wieder ein wenig Zeit gutmachen.»
Das Schiff
Die 48 Meter lange «Säntis» liegt in rund 210 Metern Tiefe in der Seemitte zwischen Langenargen auf deutscher Seite und Romanshorn im Kanton Thurgau. Der Dampfer war 1933 nach dem Ende seiner Dienstzeit versenkt worden. Eine Verschrottung wurde damals als zu teuer verworfen. Seit 1892 war die «Säntis» auf dem Bodensee unterwegs und konnte 400 Passagiere transportieren. Sie sei einst ein Symbol für Eleganz und technologischen Fortschritt auf dem Bodensee gewesen, so der Verein.