Im prächtigen Herkulessaal der Münchner Residenz hat die deutsche Computerspiel-Branche ihre Besten gefeiert - mit einer großen Gala. Dabei waren nicht nur Persönlichkeiten aus der Games-Branche, sondern auch aus Politik, Kultur und Gesellschaft. Verliehen wurde der Preis in 15 Kategorien. Im Folgenden die wichtigsten Fakten zu der Verleihung:
Wer hat gewonnen?
Der Hauptpreis für das beste deutsche Computerspiel 2026 ging an das Detektivspiel «The Darkest Files» vom Berliner Entwicklungsstudio Paintbucket Games. Darin schlüpfen die Spielerinnen und Spieler in die Rolle einer Staatsanwältin in der Nachkriegszeit und bringen gegen Widerstände NS-Verbrechen vor Gericht. Diese beruhen auf realen, historisch dokumentierten Fällen. Die Jury lobte: «The Darkest Files gelingt es dabei in bemerkenswerter Weise, die Balance zwischen inhaltlicher Tiefe und spielerischer Leichtigkeit konstant zu halten.»
Co-Gründer Jörg Friedrich sorgte auch für den emotionalen Höhepunkt des Abends, als er das historische Vorbild für das Spiel vorstellte: Den jüdischen Richter Fritz Bauer, der Nazis angeklagt hatte. Deshalb musste er ins Exil gehen, kehrte aber nach dem Weltkrieg zurück, um die Verbrechen aufzuarbeiten und eine Gesellschaft aufzubauen, in der jeder einzelne seine Rechte auch gegen einen starken Staat einklagen kann. «Das ist heute so aktuell wie selten», sagte Friedrich mit Blick auf die politische Weltlage. Und wurde von heftigem Applaus unterbrochen, als er betonte: «Das ist unsere verdammte Pflicht, sein Erbe, diese Gesellschaft zu verteidigen, diese Gesellschaft, in der die Menschenwürde wichtig ist - gegen alle, die das nehmen wollen.»