Der Bodensee könnte künftig Energie für zig Haushalte liefern. Die Landesregierung will den Ausbau der sogenannten Seethermie vorantreiben, wie das Umweltministerium in Baden-Württemberg auf Anfrage mitteilte. «Aktuell wird geprüft, wie zusätzliches Kapital aktiviert werden kann, um die hohen Anfangsinvestitionen zu erleichtern», erklärte eine Ministeriumssprecherin. Baden-Württemberg hat seit Anfang des Jahres den Vorsitz in der Internationalen Bodenseekonferenz übernommen.
Bei der sogenannten Seethermie wird Wasser aus einer Tiefe von 20 bis 40 Metern aus dem Bodensee entnommen und für Heizsysteme zur Verfügung gestellt. Dort betragen die Wassertemperaturen zwischen vier und zehn Grad Celsius. Um das Wasser aus den Tiefen zu gewinnen, sind größere Anlagen notwendig.
In einem sogenannten Wärmetauscher wird dem aus dem Bodensee gewonnen Wasser die Wärme entzogen, es fließt dann leicht abgekühlt wieder in den See zurück. In einem zweiten Schritt wird das Wasser mit einer Wärmepumpe auf die zum Heizen nötige Temperatur erwärmt. Der Strom dafür soll etwa aus Solaranlagen kommen.