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«Bergdoktor»-Bergfest am Wilden Kaiser zieht Tausende – Sigl und Kollegen in Hochform

«Bergdoktor»-Bergfest am Wilden Kaiser zieht Tausende – Sigl und Kollegen in Hochform
Die Schauspieler Monika Baumgartner (l-r), Mark Keller, Hans Sigl, Ronja Forcher und Frederic Brossier stehen beim «Bergdoktor-Bergfest» vor großem Publikum. / Foto: Peter Kneffel/dpa
Von: DieBayern.de News
Millionen von Menschen schalten ein, wenn im ZDF «Der Bergdoktor» läuft. Rund um die Spielorte am Wilden Kaiser boomt der Tourismus. Aktuell laufen die Dreharbeiten für die 20. Staffel der Serie.

Selbstverständlich fahren Dr. Martin Gruber und seine Mama Lisbeth – also die Schauspieler Hans Sigl und Monika Baumgartner – im grünen Oldtimer-Mercedes beim «Bergdoktor»-Fanfest am Wilden Kaiser vor. So muss es sein, das versprüht gleich ein wenig vertraute «Bergdoktor»-Atmosphäre. Seit 2008 läuft der Quotenhit im ZDF, zurzeit wird die 20. Staffel gedreht. Ein Besuch vor Ort zum Jubiläum:

Schauplatz der Serie ist die Region um die Gemeinden Ellmau, Going, Söll und Scheffau. Hier befindet sich die Praxis von Dr. Gruber – in der er meist nur kurz anzutreffen ist, weil er seinen Patientinnen und Patienten in der Regel hinterherfährt. Hier steht auch der Gruberhof, wo die Familie gemeinsam durch Höhen und Tiefen geht und wo sich Dr. Gruber und sein Bruder Hans im Hotel Mama irgendwie am wohlsten fühlen. 

Zweimal jährlich gibt es am Wilden Kaiser ein großes Fest für die Fans. Bis zu 5.000 Menschen tummeln sich nach Angaben des Tourismusverbandes dann vor der Bühne, um ihre Serienstars einmal hautnah zu erleben. Und die Schauspieler bieten ihrem Publikum zum Dank eine unterhaltsame Show mit Musik, Quiz, Selfies, Klamauk, Gewinnspiel und viel Humor. Am Donnerstag pilgerten wieder Fanmassen zum «Bergdoktor»-Bergfest nach Hochsöll. Nasskaltes Wetter schreckte sie nicht ab.

Sigl und Keller in Hochform

Belohnt wurden das Publikum mit einem rasanten Comedy-Auftritt von Hans Sigl und dessen TV-Arztkollegen Mark Keller. Die beiden verstehen sich auch ohne Drehbuch bestens. Da geht es Schlag auf Schlag mit Frotzeleien, Anekdoten, Slapstick, Wortwitz und reichlich Selbstironie. Über seine eigene Karriere scherzte Keller: «Vom jugendlichen Liebhaber in "Sterne des Südens" zum absoluten Trottel neben Dir.» Auch in seiner Rolle als Dr. Alexander Kahnweiler («Martin, mein einziger Freund») kann Keller sein Komiker-Talent ausleben.

Monika Baumgartner plauderte bei einer improvisierten Frühstücksrunde mit drei Besuchern: Sie hoffe, noch lange in der Serie mitspielen zu können, genieße es aber auch, ab und zu für eine andere Rolle vor der Kamera stehen zu dürfen. Zuletzt habe sie im August dazu die Gelegenheit gehabt. Ronja Forcher verloste bei einem Quiz eine gemeinsame Gondelfahrt. Zum Schluss wurde gar der «Bergdoktor»-Superfan gekürt. Die glückliche Gewinnerin kam aus Nordfriesland. 

Weit gereiste Fans

Aus dem ganzen Bundesgebiet und darüber hinaus waren Besucherinnen und Besucher angereist: aus Frankfurt und Passau, aus Bad Homburg, Halle an der Saale und der Oberlausitz. Zwei von ihnen waren Sandra und Tom aus Hannover. Sie verbrächten gerade ohnehin in der Nähe ihren Urlaub und seien spontan zum Bergfest gekommen, erzählen sie. Seit Jahren seien sie treue «Bergdoktor»-Zuschauer. Die Serie zeichne sich durch tolle Charaktere und eine wunderbare Landschaft aus. Die Schauspieler jetzt einmal live zu sehen, sei ein Erlebnis gewesen. Sie seien alle sehr natürlich rübergekommen, finden Sandra und Tom.

Für die Region stellt die TV-Serie einen enormen Wirtschaftsfaktor dar: Insbesondere für den Sommertourismus habe «Der Bergdoktor» eine große Bedeutung, konstatierte Philipp Ernsting, Marketingleiter beim Tourismusverband Wilder Kaiser. Viele Fans nutzten die Zeit, um die Filmkulissen zu besichtigen und nebenbei Urlaub zu machen.

Zum Erfolgsrezept der Serie gehören spannende, emotionale Geschichten, die liebevoll und mit viel Humor erzählt werden. Dazu kommen sympathische Figuren und so manche inhaltliche Kontroversen, die den Fans reichlich Gesprächsstoff bieten – und natürlich die eindrucksvolle Kulisse des Wilden Kaiser.

Vom Klischee zum Quotenhit

Schlussendlich steht und fällt der Erfolg aber mit Frontmann Hans Sigl. Hätte er sich zum Serienauftakt auch nur ansatzweise vorstellen können, den «Bergdoktor» eines Tages im 20. Jahr zu spielen? Ursprünglich seien mal vier Staffeln vorgesehen gewesen, erzählt der 57-Jährige. Und es habe tatsächlich einige Jahre gedauert, bis die Zuschauer das Format angenommen hätten. Die Serie sei anfangs klischeebehaftet gewesen, habe als kitschig gegolten. Doch nach ein paar Staffeln habe es sich auch gerade beim jüngeren Publikum durchgesetzt.

In der ersten Zeit habe es auch teils Schwierigkeiten gegeben, Kollegen zu finden, die in den einzelnen Episoden mitspielen wollen, so klischeebehaftet sei «Der Bergdoktor» gewesen. Heute sei es anders, da sagten Kollegen, sie würden auch gerne mal mitspielen. Dorthin zu kommen, sei viel Arbeit gewesen, sagt Sigl. Als einen wichtigen Entwicklungsschritt sieht er den Wechsel von 45-minütigen auf 90-minütige Folgen. So ließen sich die Geschichten besser erzählen. 

Als Hans Sigl damals die Rolle angeboten bekam, habe er die Drehbücher der ersten zwei Folgen gelesen und das Projekt gleich «ziemlich cool» gefunden, erzählt er. Er habe aber gleich begonnen, gegen das Klischee zu kämpfen. Mit Erfolg, wie die Einschaltquoten zeigen. Bis zu sieben Millionen Menschen sind dabei, wenn Dr. Martin Gruber am Wilden Kaiser von Patient zu Patient eilt.

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