Der zum Sanierungsfall gewordene Baywa-Konzern rutscht tief in die roten Zahlen: Der Nettoverlust des 101 Jahre alten Münchner Traditionsunternehmens summierte sich in den ersten neun Monaten des Jahres auf knapp 641 Millionen Euro, wie die Baywa mitteilte. Das war mehr als das Sechsfache des Verlusts im gesamten Jahr 2023. Das hohe Defizit war aber nicht allein auf schlechte Geschäfte zurückzuführen, sondern auch auf Abschreibungen im ersten Halbjahr. Eine Ergebnisprognose für dieses Jahr gab der Vorstand nicht ab. Die Sanierung werde noch Jahre dauern, erklärte das Unternehmen.
Eigentümer geben Hilfskredite
Der Umsatz sank von Anfang Januar bis Ende September um knapp 12 Prozent auf 16 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) brach in dem Zeitraum von plus 215 Millionen im Vorjahreszeitraum auf minus 78 Millionen Euro ein, laut Baywa hauptsächlich verursacht durch hohe Einbußen im Geschäft mit erneuerbaren Energien. Letzteres wird geführt von der ebenfalls in stürmische See geratenen Tochter Baywa r.e., an der neben dem Münchner Mutterkonzern die Schweizer Investmentgesellschaft Energy Infrastructure Partners beteiligt ist. Die zwei Hauptaktionäre und das Schweizer Unternehmen haben die Baywa zum Stichtag 30. September mit Darlehen von 157 Millionen Euro gestützt.
Hoffnung auf bessere Zahlen im letzten Quartal
Grundlage der Sanierung des Baywa-Konzerns soll ein Gutachten werden, dessen endgültige Fassung im Dezember vorliegen soll. Bereits bekannt ist, dass die Gutachter umfangreiche Sparmaßnahmen aus und Verkäufe einzelner Geschäftsbereiche empfehlen werden. Für das Schlussquartal erwartet der Baywa-Vorstand um den von der Unternehmensberatung Alix Partners geholten Sanierer Michael Baur bereits «mehr Stabilität» in den einzelnen Geschäftsfeldern, wie es in der Quartalsmitteilung hieß.