Bayern macht angesichts der Knappheit bei Bio-Futter für ökologische Landwirte den Weg frei, auf konventionelle Alternativen auszuweichen. Man habe «die mangelhafte Versorgungslage aufgrund der diesjährigen Dürre als Katastrophenfall im Sinne des europäischen Öko-Rechts anerkannt», teilt das Landwirtschaftsministerium. Dadurch können Ausnahmen für den Ankau konventioneller Futtermittel gewährt werden.
«Wo über Wochen der Regen fehlt, wächst irgendwann auch das beste Futter nicht mehr», betont Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU). «Gerade für unsere Bio-Betriebe wird das zum Problem, wenn die eigenen Vorräte knapp werden und auch am Markt nicht genügend Bio-Grundfutter verfügbar ist. In einer solchen Ausnahmesituation müssen wir pragmatisch handeln.»
Die Ausnahmen würden allerdings nur für Rau- und Feldfutter gewährt - das ist beispielsweise Heu oder Silage - heißt es vom Ministerium. Kraftfutter müsse dagegen weiter ausschließlich aus ökologischer Produktion stammen. Zudem müsse nachgewiesen werden, dass kein gleichwertiges ökologisches Futter auf dem Markt verfügbar sei.