Aus Protest gegen eine geplante Erdgasbohrung im oberbayerischen Reichling unweit des Ammersees haben Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace im frühen Morgengrauen auf dem Gelände zehn Bäume gepflanzt. «Bäume statt Bohrturm, ein richtiger Wald statt klimaschädliches Gas», sagte Saskia Reinbeck. Dabei entrollten sie auch Transparente mit einem durchgestrichenen Bohrturm und dem Slogan «Kein neues Gas».Konkret adressierten sie die Forderung an Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler). Dieser müsse «endlich verstehen, dass wir keine Erdgasquellen mehr anzapfen dürfen - weder hier noch sonst wo», betonte Reinbeck.
Umweltschützer fordern sofortigen Stopp
«Die Erdgasbohrung soll trotz der immer schneller voranschreitenden Erderhitzung und gegen den Willen der Menschen vor Ort durchgedrückt werden. Das ist absolut unverantwortlich», sagte Reinbeck. Die Aktivisten forderten, «dieses natur- und klimaschädliche Vorhaben sofort zu stoppen».
Der Bohrplatz liegt nicht weit entfernt von Wohnhäusern und rund 150 Meter von einem europäischen Schutzgebiet für Tiere und Pflanzen entfernt in der Nähe der Trinkwasserquellen der Gemeinde.
In den vergangenen Wochen hatte es in der Gemeinde zunehmend Kritik an dem Projekt gegeben. Neben Umweltschützern und der «Bürgerinitiative Reichling Ludenhausen - gegen die Ausbeutung unserer Heimat» kamen auch aus der Kommunalpolitik Forderungen nach einem Verzicht auf die Förderung. Im Raum stehen seitens der Gegner auch rechtliche Schritte gegen den Bescheid des Bergamts.
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