Der Kampf gegen die Flammen am Saurüsselkopf in den Chiemgauer Alpen geht unvermindert weiter. Zwar mussten bei Dunkelheit die Helikopterflüge eingestellt werden. Der Einsatz gegen den Waldbrand sollte in der Nacht aber vom Boden aus weiterlaufen - soweit das gefahrlos möglich sei, erläuterte das Landratsamt Traunstein. Unter anderem kämen handgeführte Strahlrohre und Tanklöschfahrzeuge zum Einsatz.
Am Mittwochmorgen sollen erneut Helikopter starten, um das Feuer aus der Luft zu bekämpfen. Sie werfen kontinuierlich Wasser ab, um den Brand einzudämmen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Lage bleibt angespannt
An dem 1.270 Meter hohen Berg bei Ruhpolding lodern seit Sonntagabend die Flammen. Auch am zweiten Tag des Katastrophenfalls im Landkreis Traunstein war keine Entwarnung möglich. «Die erhoffte deutliche Wende in der Brandbekämpfung ist bislang nicht eingetreten. Die Lage bleibt dynamisch», teilte das Landratsamt am Abend mit.
Für Fragen aus der Bevölkerung richtete das Landratsamt ein Bürgertelefon ein. Für die Menschen herrscht keine direkte Gefahr. Allerdings ist das Einsatzgebiet abgeriegelt, es gelten Betretungs- und Fahrverbote. Unter anderem ist die B 305 im betroffenen Gebiet gesperrt.
Einer der größten Waldbrände in Bayern in den vergangenen Jahren
Nach Schätzung vom Abend ist eine dreistellige Hektarzahl von dem Feuer betroffen. Forstministerin Michaela Kaniber (CSU) sprach von einem der größten Waldbrände, die es in Bayern in den vergangenen Jahren gegeben habe.
Der Traunsteiner Landrat Andreas Danzer (Freie Wähler) hatte am Montag den Katastrophenfall ausgerufen. Damit werden die Einsatzkräfte, Fachstellen und Behörden zentral koordiniert, Hilfe kann überörtlich angefordert werden.
Am Dienstag halfen laut Landratsamt drei Hubschrauber von der Bundeswehr beim Löschen, außerdem vier von der Landespolizei, einer von der Bundespolizei, einer der Landespolizei Baden-Württemberg sowie zwei von Heli Austria. Die Bundeswehr-Hubschrauber können laut Danzer rund 5.000 Liter Wasser transportieren, deutlich mehr als die Hubschrauber der Polizei.
Steiles und unwegsames Gelände
Das Gelände rund um den Saurüsselkopf ist extrem steil, unwegsam und teilweise gefährlich für Einsatzkräfte am Boden. Es gibt kaum begehbare Wege. Die Ausbreitung des Feuers und mögliche herabfallende Äste sind zusätzliche Risiken. Unter anderem sind Feuerwehr, Bergwacht, Rettungsdienst, Polizei, Katastrophenschutz, Forstbehörden und Gemeinde beteiligt.
Der Brand ist besonders brisant, weil er ein Trinkwasserschutzgebiet bedroht. Eine Quelle versorgt laut Landrat Danzer rund 30.000 Menschen mit Wasser. Ihr Schutz hat höchste Priorität. Zudem erfüllt der Schutzwald wichtige Funktionen für die Region, etwa beim Schutz vor Erosion, Steinschlag und Murenabgängen. «Wenn das Feuer gelöscht ist, werden wir den Wald am Saurüsselkopf wieder sanieren und neue Bäume pflanzen», versprach Ministerin Kaniber.
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