Mindestens drei Tote, viele Verletzte und unzählige Blechschäden: Bei morgendlicher Glätte sind in Bayern Autofahrer, Fußgänger und Fahrradfahrer verunglückt. Besonders betroffen waren die fränkischen Regierungsbezirke sowie Niederbayern, die Oberpfalz und Schwaben. An den Flughäfen sorgte der Winterdienst dafür, dass weitgehend alles planmäßig verlief. Mancherorts fiel der Präsenzunterricht in Schulen aus. Der Deutsche Wetterdienst sprach von Blitzeis. Im Tagesverlauf normalisierte sich die Lage auf den Straßen allmählich.
Rutschpartien in Franken
Besonders rutschig war es auch in Franken. In Sommerhausen bei Würzburg prallte ein Linienbus gegen einen Torbogen. Sieben Menschen wurden verletzt, eine Frau schwer. Ein Sachverständiger soll klären, ob es ein technisches Problem mit dem Fahrzeug gab oder ein anderer Grund wie Glatteis für den Unfall infrage kommt. Mit dem Busfahrer zusammen saßen nach Polizeiangaben zwölf Menschen in dem Fahrzeug. Die Schadenshöhe lag nach ersten Erkenntnissen im mittleren fünfstelligen Bereich.
In Unterfranken meldete die Polizei etwa 60 witterungsbedingte Unfälle. In Kitzingen rutsche eine 39-Jährige mit ihrem Wagen beim Wenden Richtung Main. Die Fahrerin konnte sich selbst aus dem Fahrzeug retten und blieb unverletzt. Das Auto landete schließlich im Fluss und wurde durch das Technische Hilfswerk und ein Abschleppunternehmen geborgen.
In Oberfranken registriere die Polizei etwa 20 witterungsbedingte Einsätze - unter anderem verunglückten Fußgänger und Radfahrer auf glatten Wegen und Straßen. Bei Verkehrsunfällen gab es Leichtverletzte und Blechschäden. In Mittelfranken zählte die Polizei von Mitternacht bis 8.00 Uhr etwa 120 glatteisbedingte Unfälle, «meist im ländlichen Bereich und in den Nebenstraßen der Städte», sagte ein Polizeisprecher. Ernsthafte Verletzungen zog sich nach bisherigen Erkenntnissen dort niemand zu.
Im niederbayerischen Abensberg (Landkreis Kelheim) wurde eine 30-Jährige von ihrem Auto überrollt, als sie beim Enteisen des Wagens ausrutschte. Da das Auto an einer Steigung stand und die Handbremse bereits gelöst war, hatte sich das Fahrzeug just in dem Moment selbstständig gemacht, als die Frau auf der eisglatten Fahrbahn lag. Sie wurde schwer verletzt.