Nach dem Tod einer Seglerin aus Bayern auf dem Bodensee droht einem Motorbootfahrer ein Mordprozess. Der 26-jährige Österreicher war nach dem Zusammenstoß seines Bootes mit dem Segelboot ursprünglich wegen grob fahrlässiger Tötung angeklagt. Doch eine Richterin im österreichischen Feldkirch entschied, dass die Anklage abgeändert werden sollte, wie ein Gerichtssprecher mitteilte.
Im Oktober hatte der Bootslenker das Segelboot vor der österreichischen Bodensee-Gemeinde Fußach gerammt und zerstört. Die 57-jährige Seglerin aus dem Landkreis Günzburg wurde tödlich verletzt. Ihr Ehemann konnte sich durch einen Sprung ins Wasser retten.
Der Prozess begann vor dem Landesgericht Feldkirch zunächst wegen mutmaßlicher fahrlässiger Tötung. Der Staatsanwalt und ein Gutachter gingen davon aus, dass das Motorboot mit 60 Kilometern pro Stunde unterwegs war, also 20 Stundenkilometer schneller als erlaubt, wie die Nachrichtenagentur APA und der Sender ORF berichteten. Der Angeklagte habe demnach auch seine Umgebung nicht beachtet.