Die hochgiftige Substanz Natriumazid hat am Donnerstag einen Großeinsatz an der Unfallklinik im oberbayerischen Murnau ausgelöst. Ein 47 Jahre alter Berufsschüler war in einer Pflegeschule in Penzberg zusammengebrochen und im Krankenhaus gestorben, wie die Polizei mitteilte. Weil er ein Fläschchen mit einer zunächst unbekannten, weißen, pulverartigen Substanz bei sich hatte, wurde der Schockraum, in dem er behandelt wurde, abgesperrt. Seine Klasse, in der er zusammenbrach, wurde isoliert. Auch weitere seiner rund 14 Mitschüler zeigten leichte Symptome wie Atemwegsbeschwerden oder Kopfschmerzen, zwei Menschen kamen ins Krankenhaus.
Natriumazid kann nach Angaben des ärztlichen Direktors der Klinik, Fabian Stuby, schon bei Einnahme in geringen Mengen zum Tode führen. Die Polizei geht davon aus, dass der 47-Jährige im Klassenzimmer eine relativ große Menge davon geschluckt hat, dass er «den Ort genutzt hat, um seinem Leben ein Ende zu setzen», wie Einsatzleiter Andreas Nieß sagte. Es gebe «konkrete Hinweise» darauf. «Die Symptome treten innerhalb von fünf Minuten auf», sagte Stuby. Darum müsse der Mann das Gift im Klassenzimmer genommen haben.