Blumen, Kerzen, die Bilder der Toten - und ein Aufruf zu Frieden und Versöhnung: Der Gedenkgottesdienst in Murnau für die beiden getöteten ukrainischen Soldaten kann den Krieg im Heimatland der Opfer nicht aussparen. Der Tod der Ukrainer habe «unsere heile Welt in Murnau am Staffelsee aus den Angeln gehoben», sagte Dekan Siegbert Schindele von der katholischen Gemeinde Murnau, der die Feier am Donnerstag gemeinsam mit Erzpriester Valentin Smoktunowicz der Ukrainischen Orthodoxen Kirche München zweisprachig gestaltete.
Smoktunowicz bedankte sich nicht zuletzt für die Hilfe, die seinen Landsleuten - Geflüchteten und Verwundeten, die in der Unfallklinik versorgt wurden - im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg in Murnau zuteilgeworden sei. Rund 120 Menschen, darunter viele Ukrainer, verfolgten den Gottesdienst. Die Betroffenheit im Ort ist weiter groß. «Schrecklich», «unfassbar» - das hört man immer wieder.
Die beiden Soldaten im Alter von 23 und 36, die nach Kriegsverletzungen in Murnau behandelt wurden, waren Samstagabend erstochen worden. Unter dringendem Tatverdacht steht eine 57 Jahre alter Russe.