Die Schutzzone im Nationalpark Bayerischer Wald wird zur Eindämmung des Borkenkäfers um knapp 18 Hektar verkleinert. Das hat der kommunale Nationalparkausschuss am Montag beschlossen. Bereits vergangene Woche hatten sich Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) und Nationalpark-Leiterin Ursula Schuster darüber verständigt und klargestellt, dass das Minimum an Schutzzone - 75 Prozent der Nationalpark-Fläche - nicht unterschritten wird. Zudem sollen Ausgleichsflächen gefunden werden. Naturschutzverbände beobachten die Entwicklung mit Sorge.
Konkret geht es um zwei Flächen zwischen Bayerisch Eisenstein und Lindberg (Landkreis Regen), 6,46 und 11,39 Hektar groß, die in die Managementzone überführt werden. Diese ist ein 500 bis 1000 Meter breiter Streifen am äußersten Rand des Nationalparks, in dem der Borkenkäfer bekämpft werden darf, um ein Überspringen auf angrenzende Privatwälder zu verhindern. Innerhalb der Schutzzone dagegen ist die Natur sich selbst überlassen.
Bund Naturschutz (BN) und Landesbund für Vogelschutz (LBV) sehen die Maßnahme kritisch. Die Naturzone sei das Herzstück des international anerkannten Nationalparks, sagte BN-Vorsitzender Richard Mergner. «Dass in den Nationalpark jetzt doch eingegriffen wird, ist ein fatales Zeichen für den Schutz unserer sensiblen Wälder. Naturzonen sind absolut tabu, daran gibt es nichts zu rütteln. Wir bedauern die Entscheidung, sie ist grundfalsch und fachlich absolut unnötig.»