«Kommt mal her, Mädels. Auf, kommt, hopp!» Wenn Ursula Höfling in ihrem Garten in Großostheim an der bayerisch-hessischen Landesgrenze arbeitet, scharren neben ihr putzige Hühner im Sand. Gundula, Julchen, Püschel, Kiwi, Hildegard, Auguste und Resi picken je nach Lust und Laune in der Erde, relaxen im Schatten unter einer Kastanie oder legen ab und an ein Ei. Jede, wie sie will und kann. Besonders für fünf der sieben Hennen sind Ursula und ihr Mann Mike wahre Lebensretter - vor dem sicheren Tod in Osteuropa nach rund eineinhalb Jahren Knochenjob in einer Legebatterie irgendwo in Deutschland.
Püschel, Gundula, Resi, Julchen und Kiwi stammen aus einer Massentierhaltung, wo sie als Hochleistungshennen um die 300 Eier im Jahr legten. Lässt die Leistungsfähigkeit nach, werden die Vögel in der Regel ins Ausland gebracht und geschlachtet. Der Verein «Rettet das Huhn» hat es sich zur Aufgabe gemacht, genau diese Hühner stattdessen tierlieben Privatpersonen zu übergeben. Die Betriebe überlassen dem Verein nach eigenen Angaben die Hennen kostenlos - Anfang August seien so 1.100 Hennen aus Freilandhaltung in Bayern neuen Besitzern übergeben worden.