Nach zwei Verdachtsfällen von Wolfsabschüssen in Bayern fürchtet der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) um die Wölfe, die im Freistaat leben. Wie die Naturschützer mitteilten, setzt der Verband daher jeweils 5.000 Euro Belohnung für Hinweise zur Ermittlung von Verantwortlichen aus. Zudem sei in beiden Fällen Anzeige erstattet worden. Das illegale Töten von Wölfen verstoße gegen das Bundesnaturschutzgesetz.
«Kein Zufall, sondern Alarmsignal»
Im Altmühltal, am Staffelsee und an der tschechischen Grenze hätten Wölfe ihre Reviere inzwischen aufgegeben. «Ganze Rudel verschwinden nicht einfach so innerhalb eines Jahres. Dafür gibt es keine natürliche Erklärung», sagte ein Sprecher des LBV. «Die Aufgabe eines Wolfsterritoriums ist allen wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge ein äußerst ungewöhnliches Phänomen. Wir befürchten daher eine hohe Dunkelziffer an illegalen Übergriffen.»
Besonders alarmierend sei, dass einer der toten mutmaßlichen Wölfe im Lamer Winkel (Landkreis Cham) gefunden wurde – einer Region, die bereits durch frühere Fälle von Naturschutzkriminalität aufgefallen sei. So seien dort im Jahr 2015 vier abgetrennte Luchsbeine gefunden worden.