In einem landwirtschaftlichen Großbetrieb im Allgäu sollen erneut Rinder misshandelt worden sein. Staatsanwaltschaft und Polizei durchsuchten nach eigenen Angaben Gebäude des Milchviehbetriebs im Landkreis Unterallgäu sowie im baden-württembergischen Landkreis Ravensburg. Tierschützer hätten zuvor Anzeige erstattet und belastendes Beweismaterial vorgelegt, teilten die Behörden mit.
Die Polizei ermittelt demnach gegen den Verantwortlichen und mehrere Mitarbeiter wegen des Verdachts von Verstößen nach dem Tierschutzgesetz. Es sei Datenmaterial sichergestellt worden. Die Behörden verwiesen auf die Unschuldsvermutung. Ein Anwalt eines Verantwortlichen des Betriebs war für eine Stellungnahme zu den Vorwürfen zunächst nicht erreichbar.
Gegen den Betrieb hatte es bereits 2019 Vorwürfe wegen Tiermisshandlungen gegeben. Deswegen soll vor dem Landgericht Memmingen noch ein Prozess stattfinden.
2019 hatte der Allgäuer Tierschutzskandal seinen Anfang genommen, nachdem die Organisation «Soko Tierschutz» Videoaufnahmen von Tierquälereien veröffentlichte, die aus dem Großbetrieb stammen sollten.