Bayerns Fischer fordern angesichts aktuell niedriger Wasserstände und hoher Temperaturen in Bayerns Flüssen mehr Anstrengungen beim Gewässerschutz. So sei in der Isar in München dieses Jahr schon eine Wassertemperatur von mehr als 21 Grad gemessen worden, bei der es für Forellen gefährlich werde, teilte der Landesfischereiverband (LFV) mit. Von Trockenheit und zu warmem Wasser betroffen seien auch Äsche und Huchen, die auf kühle und sauerstoffreiche Lebensräume angewiesen sind.
Bayern müsse deshalb seine Mindestwassermengen für Flüsse anpassen und auf den Schutz der Gewässer statt auf die wirtschaftliche Nutzung ausrichten, fordert der Verband mit Sitz in Oberschleißheim bei München. Zudem brauche es mehr automatisierte Messstellen in Bayern. Für Niedrigwasser fehlten «vielfach Echtzeitdaten», vor allem an tausenden kleinen Wasserkraftwerken.
Zu viel Wasser aus Flüssen nehmen? «Kein Kavaliersdelikt mehr»
Zudem müsse in Bayern besser geprüft werden, wie viel Wasser aus Flüssen über den gesamten Lauf hinweg entnommen wird - und nicht nur einzeln in den jeweiligen Verwaltungsgrenzen der Landkreise. «Unzulässige Wasserentnahme ist in Zeiten des Klimawandels kein Kavaliersdelikt mehr, sondern erfordert staatliches Eingreifen», teilte der LFV mit.
Helfen würde aus Sicht des Fischereiverbands auch der Rückbau und Umbau von Wasserkraftwerken, damit Fische aus wärmeren Flussabschnitten in kühlere gelangen können. Das sei «mit Blick auf den Schutz des Tierwohls essenziell», teilte der Verband mit seinen etwa 142.000 Mitgliedern mit.
«Bayerns Gewässer erwärmen sich in der aktuellen Klimakrise, Niedrigwasser wird zur neuen Realität bis hin zum kompletten Trockenfallen kleiner Gewässer - und unsere Fische stehen massiv unter Druck», sagte Verbandspräsident Axel Bartelt. Die Politik müsse entschlossen handeln - «und zwar jetzt».
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