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Artensterben in Bayern schreitet weiter voran

Ohne Bienen und andere Insekten würden viele heimische Obst- und Gemüsearten keine Nahrungsmittel mehr liefern. (Archivbild) / Foto: Patrick Pleul/dpa/ZB
Ohne Bienen und andere Insekten würden viele heimische Obst- und Gemüsearten keine Nahrungsmittel mehr liefern. (Archivbild) / Foto: Patrick Pleul/dpa/ZB

Beim Volksbegehren «Rettet die Bienen» forderte eine große Zahl von Menschen in Bayern besseren Schutz für heimische Tiere und Pflanzen. Sieben Jahre später ist die Situation weiter ernüchternd.

Knapp die Hälfte der in Bayern bislang von Experten untersuchten Tier- und Pflanzenarten sind in ihrem Bestand bedroht. Nach Angaben des Landesamtes für Umwelt konnte bislang rund die Hälfte der etwa 35.000 heimischen Tiere nach ihrer Gefährdung beurteilt werden. In den seit 2016 aktualisierten Roten Listen werden 48 Prozent der Arten als gefährdet eingestuft.

Bei der Flora sieht es nicht besser aus: Rund 50 Prozent der etwa 3.265 einheimischen Pflanzen sind gefährdet. Rund 1.000 der Tier- und Pflanzenarten in Bayern gelten bereits als ausgestorben oder verschollen.

Ohne Insekten würde ein Großteil der Nahrung wegfallen

Anlässlich des internationalen Tages der biologischen Vielfalt warnte der Bund Naturschutz (BN) vor den negativen Folgen durch das Artensterben für die Ernährungssicherheit in Bayern. «75 Prozent unserer Nutzpflanzen werden von Insekten bestäubt, nicht nur Obst, sondern auch die meisten Gemüsesorten. Das heißt, wenn es keine Insekten mehr gibt, dann fällt ein Großteil unserer Nahrung weg», sagte die Vize-Vorsitzende des BN, Beate Rutkowski.

Die Ziele des 2019 initiierten Volksbegehrens «Rettet die Bienen» rückten damit in weite Ferne. Zwar habe das Volksbegehren wichtige Impulse für den Insektenschutz gesetzt, das Artensterben konnte bislang jedoch nicht gestoppt werden. Im Gegenteil: «Der Anteil gefährdeter Pflanzen und Tiere in Bayern nimmt nach wie vor zu. Nach der aktuellen Roten Liste der Wildbienen in Deutschland gelten rund die Hälfte der bewerteten Arten als bestandsgefährdet oder bereits ausgestorben», sagte Rutkowski.

Durch die Biodiversitätskrise sei die Ernährungssicherheit aber nicht nur durch die fehlende Bestäubung bedroht, so Rutkowski weiter. Letztlich seien alle Lebewesen miteinander verbunden, wie in einem dichten Netz. «Wenn Arten verschwinden, bekommt das Netz Löcher und wenn die Löcher zu groß oder zu viele werden, reißt es. Das ganze System bricht zusammen – und damit auch unser landwirtschaftliches System.»

Ruf nach mehr Arten- und Umweltschutz in Bayern

Der Bund Naturschutz forderte die Staatsregierung deshalb auf, sich mehr für den Artenschutz in Bayern einzusetzen. Es sei dringend notwendig, sich mehr beim Schutz der Moore anzustrengen. Bis 2040 sollen 55.000 Hektar Moorflächen wiedervernässt werden. Bisher wurden nur etwa drei Prozent des Ziels erreicht (rund 1.700 Hektar).

Auch brauche es endlich einen zusammenhängenden Biotopverbund mit mindestens 15 Prozent des Offenlands sowie einen besseren Schutz von Streuobstbäumen. Zwar seien seit 2021 rund 250.000 neue Streuobstbäume gefördert worden, jedes Jahr würden aber etwa 100.000 Streuobstbäume verschwinden.

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