Karl-Heinz Rummenigge sieht die große Begeisterung über den FC Bayern kritisch und warnt eindringlich vor dem Rückspiel in der Champions League gegen Real Madrid. «Man darf jetzt nicht den Fehler machen, zu viel Euphorie aufkommen zu lassen. Ich nehme im Moment einen kleinen Hype wahr, und der gefällt mir ehrlich gesagt nicht», sagte der langjährige Münchner Vorstandschef in einem DAZN-Interview. «Real Madrid hat uns auch hier in München schon oft genug geärgert, daran möchte ich erinnern.»
Rummenigge sprach das Königsklassen-Halbfinale der Bayern 2014 unter Trainer Pep Guardiola Trainer an. Damals setzte es eine 0:1-Niederlage für den deutschen Rekordmeister in Madrid. «Das Rückspiel haben wir dann verloren. Sergio Ramos hat nach 15 Minuten zwei Tore nach Standards gemacht, und das Spiel war praktisch entschieden», sagte er im Rückblick auf das 0:4. Zudem traf Superstar Cristiano Ronaldo zweimal.
«Noch einmal eine absolute Top-Leistung abrufen»
«Genau deshalb sage ich: Wir müssen am Mittwoch nächste Woche noch einmal eine absolute Top-Leistung abrufen. Hochkonzentriert, sehr klug spielen – und versuchen, das, was wir am Dienstag gezeigt haben, zu wiederholen», mahnte der 70-Jährige.
Die Mannschaft von Vincent Kompany hatte bei Real 2:1 gewonnen, am Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN) steht das Viertelfinal-Rückspiel in München an. Rummenigge sagte aber auf die Frage, ob die Bayern das Potenzial für einen erneuten Titelgewinn haben, auch: «Die Stimmung im Club erinnert mich an 2020, als wir die Champions League gewonnen haben.»
Bei einem Halbfinal-Einzug werde es «sicher nicht einfacher». Da warte entweder PSG oder Liverpool, «im Moment sieht vieles nach PSG aus – also nach dem amtierenden Champions League-Sieger», sagte Rummenigge. «Eines muss man dabei ganz klar sagen: Die Champions League in der heutigen Form, mit dieser Dichte und Qualität, zu gewinnen, wird immer schwieriger.»
«Neuer der wichtigste Transfer der letzten 15 bis 20 Jahre»
Wie so viele Experten lobte Rummenigge Torhüter Manuel Neuer nach dessen herausragendem Auftritt in Madrid. «Am Dienstag stand da hinten ein Gigant im Tor», sagte der frühere Nationalstürmer und erklärte: «Für mich ist Manuel Neuer der wichtigste Transfer der letzten 15 bis 20 Jahre. Robert
Lewandowski spielt ebenfalls eine große Rolle, und inzwischen sind natürlich noch andere dazugekommen.» Es sei kein Zufall, «dass wir in diesen 15 Jahren mit Manuel Neuer alles gewonnen haben, was es im Fußball zu gewinnen gibt».
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