Manuel Neuer zog sich das Trikot vom Oberkörper und trottete untröstlich über den Rasen, als um ihn herum im legendären Bernabéu ein Riesenjubel ausbrach. Der Nationaltorhüter hatte den FC Bayern München zunächst mit einer überragenden Leistung auf das große deutsche Wembley-Revival gegen Borussia Dortmund hoffen lassen. Doch sein schwerer Patzer in der Schlussphase leitete das dramatische Halbfinal-Aus in der Champions League durch ein 1:2 (0:0) am Mittwochabend bei Real Madrid ein. 25 Jahre nach der denkwürdigen 1:2-Finalniederlage gegen Manchester United haben die Bayern wieder ein Champions-League-Drama erlebt.
«Das kann manchmal passieren, das ist auch Fußball», sagte Abwehrspieler Matthijs de Ligt bei DAZN ohne Vorwurf an seinen Kapitän: «Ich denke, dass wir über 90 Minuten ein gutes Spiel gemacht haben, sehr erwachsen und kompakt.» Am Ende sei es «natürlich schade, wenn man das Spiel gegen Real Madrid so weggibt». De Ligt regte vor allem auf, dass sein Ausgleichstreffer (90.+13) nicht gegeben wurde, weil der Schiedsrichter das Spiel wegen einer vermeintlichen Abseitsposition kurz zuvor abgepfiffen hatte: «Ich finde das unglaublich. Ich kann das nicht verstehen. Es ist nicht ganz klar, da musst du durchspielen lassen.»