Julian Nagelsmann mauerte bei der brisanten Comeback-Frage um Manuel Neuer und vermied konsequent eine glasklare Kommunikation. Auge in Auge mit Moderator Jochen Breyer ließ sich der Bundestrainer bei seinem Auftritt im ZDF-«Sportstudio» auch auf die x-te Nachfrage einfach kein Ja zum womöglich auf den letzten Drücker erwogenen Comeback von Deutschlands Rekordtorwart bei der Fußball-Weltmeisterschaft entlocken.
Ein klares Nein kam Nagelsmann ebenfalls nicht über die Lippen. Und das war noch aussagekräftiger. Denn Neuers Rücktritt nach der Heim-EM 2024 schien in Stein gemeißelt zu sein - beim Bundestrainer und beim 40-jährigen Torwart.
«Es wird immer zuerst der Spieler kontaktiert. Das hat noch nicht stattgefunden», sagte Nagelsmann. Diese Aussage war nicht nur bezogen auf Neuer und den bisher eigentlich als Nummer eins fixen Hoffenheimer Oliver Baumann. Nagelsmann sprach vielmehr von «62 Telefonaten» mit vielen Ab- und Zusagen, die er persönlich mit den WM-Kandidaten führen werde.
Auf der Torwart-Position bahnt sich vier Wochen vor dem Auftaktspiel der Nationalmannschaft in Houston gegen Curaçao eine Rolle rückwärts an. Und Nagelsmann droht kurz vor der Bekanntgabe seines 26-Mann-Kaders am Donnerstag in Frankfurt das Thema öffentlich zu entgleiten. Kann er seinen Zeitplan wirklich durchhalten? Und wie viel Schaden ist schon entstanden?