Als Erster schritt Manuel Neuer wie so oft Richtung Trainingsplatz. Auch wenn er nicht mehr der Kapitän ist, vorangehen will der Teamsenior trotzdem. Mit durchgedrücktem Kreuz saß der 38-Jährige, der altersmäßig sogar Bundestrainer Julian Nagelsmann noch um zwei Jahre übertrifft, vor seinem EM-Rekordspiel gegen Ungarn dann am Montag zur Mittagszeit auch auf dem Podium im DFB-Medienzentrum.
Und in dem 22 Minuten währenden Frage-und-Antwort-Spiel mit den Journalisten moderierte der ewige deutsche Turniertorwart in der positiven Stimmung des 5:1 der Fußball-Nationalmannschaft gegen Schottland die Zweifel an seinem Leistungsvermögen nach ungewohnten Patzern vor dem EM-Anpfiff kurzerhand ab.
«Ich habe mir um die Debatte keine großen Gedanken gemacht», sagte Neuer. Nichts lesen, nichts hören, das war seine Marschroute. Für ihn zählt die Innenansicht, die interne Analyse und Bewertung der Bilder, die zum Beispiel beim Gegentor der Griechen bei der knapp gewonnenen Turnier-Generalprobe gegen ihn sprachen. Die aber kein Umdenken bei Bundestrainer Julian Nagelsmann auslösten, der beim Heimturnier wieder auf ihn setzt und nicht auf Neuers ewigen Rivalen Marc-André ter Stegen.