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Lächeln gegen den Hass: Augsburg stärkt Verteidiger Bah

Lächeln gegen den Hass: Augsburg stärkt Verteidiger Bah
Soll für Augsburg trotz der rassistischen Beleidigungen gegen sich im DFB-Pokal auflaufen: Verteidiger Juma Bah. / Foto: Harry Langer/dpa
Rassistische Beleidigungen und Todesdrohungen gegen Juma Bah haben den FC Augsburg erschüttert. Wie reagiert der Verteidiger auf den Rückhalt im Team? Und was erhofft sich Trainer Baum im DFB-Pokal?

Ein Moment an diesem Wochenende schien Manuel Baum besonders in Erinnerung geblieben zu sein. Der Trainer des FC Augsburg erzählte, wie er mit dem Team am Tag nach dem ärgerlichen 1:1 gegen Union Berlin zusammensaß, um über die hässlichen Online-Beleidigungen gegen Juma Bah zu sprechen. Der 20 Jahre alte Verteidiger und dessen Familie waren rassistisch attackiert und sogar mit dem Tod bedroht worden - der FCA verurteilte die Hass-Kommentare aufs Schärfste und kündigte eine Anzeige an.

Derartige Vorfälle können Sportler brechen - Baum aber hofft, dass der Eklat die Mannschaft und die Betreuer in Augsburg eher zusammenschweißt. Er erzählte, wie Spieler, Trainer und Sportchef Benni Weber am Sonntag darüber redeten, dass man nie wegschauen und immer zusammenhalten werde. Und dann kam Bahs Reaktion, die den Coach beeindruckte. «Er war mit einem Lächeln im Gesicht in der Kabine gesessen, weil er halt merkt, wie der Verein, wie wir uns dagegenstellen und dass wir da einfach alle zusammenhalten.»

Baums Hoffnung: Vorfall kann Bah «sogar pushen»

Am Dienstag (18.00 Uhr/Sky) steht für die Schwaben im DFB-Pokal das Zweitrundenmatch beim Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach an. Der FC Augsburg hofft auf eine Jetzt-erst-recht-Reaktion des von Manchester City ausgeliehenen Verteidigers. Baum kündigte ein Gespräch mit Bah an, um herauszufinden, ob der schlimme Vorfall den Fußballer «sogar pushen kann, weil er sagt: Sensationell, wie wir hier damit umgehen und ich fühle mich da mega-wohl und das gibt mir einfach Sicherheit für alles, was ich hier mache».

Die schnelle und klare Reaktion des Vereins noch am Samstagabend sei «echt bemerkenswert» und «wirklich herausragend» gewesen, lobte der Trainer.

Nach dem Platzverweis gegen Union ist Bah zwar in der Bundesliga gesperrt, kann im Pokal am Dienstag beim Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach (18.00 Uhr/Sky) aber spielen. Definitiv ausfallen wird dagegen Calvin Brackelmann nach dessen Kopfverletzung aus dem Union-Spiel. Bei dem Verteidiger greife nun ein Gehirnerschütterungsprotokoll, wie Baum schilderte. Brackelmann fehle für Großaspach und dann auch in der Liga am Samstag gegen Freiburg.

Neben Brackelmann noch weitere Ausfälle?

Personell droht den Augsburgern beim Außenseiter aus Baden-Württemberg ein komplizierter Abend. Baum schilderte, dass er «noch ein paar muskuläre Infos» bekommen habe, also Hinweise auf leicht angeschlagene Spieler, «wo noch nicht klar ist, ob wir dann das Risiko tatsächlich eingehen oder nicht».

Dabei hatten die Fuggerstädter eigentlich Glück bei Auslosung, in der 2. Runde nur einen Drittligisten zugeteilt bekommen zu haben. Dass der DFB-Pokal nämlich ein Wettbewerb mit ganz besonderen Erfolgsaussichten sei, das unterstrich Sportchef Weber noch am Wochenende und dem fünften sieglosen Spiel in Serie. «Wir sind klarer Favorit», sagte Weber. «Wir müssen uns schnell regenerieren und das Negativerlebnis aus dem Kopf bekommen. Der Pokal ist der kürzeste Weg, um mal was Besonderes für uns als Club zu leisten.»

Baums Rechnung für Weg nach Berlin

Dem stimmt Trainer Baum zu. «Ich freue mich riesig auf Pokalspiele - ich glaube, vier sind es noch bis Berlin, wenn ich mich nicht täusche», rechnete er grinsend vor. «Wir wollen voll aktiv und voll intensiv alles reinhauen, was wir haben, um den kürzesten Weg nach Berlin zu beschreiten.»

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