Alexander Zverev stapfte wortlos und frustriert vom Center Court, während sein überragender Gegner Tränen der Freude und zugleich der Trauer vergoss. Der beste deutsche Tennisspieler ist beim ATP-Turnier von München im Halbfinale an einem bärenstarken Flavio Cobolli gescheitert. Beim 3:6, 3:6 hatte der Weltranglistendritte in nur 69 Minuten keine Chance und verpasste die Möglichkeit auf seinen vierten Titel bei den BMW Open. Er wäre damit alleiniger Rekordhalter des Sandplatzevents von München geworden.
Doch daraus wurde nichts, weil sein italienischer Rivale vor rund 6.500 Zuschauern einen Sahnetag erwischte. Der Davis-Cup-Champion zermürbte Zverev unter anderem mit 32 Winner-Schlägen - 20 davon allein im ersten Satz.
«Ich glaube, das war eines seiner besseren Matches», lobte Zverev später. «Aber ich muss auch sagen: Meine Beine waren nicht mehr da.» Er habe viele Spiele bestritten in den jüngsten Wochen. «Wenn du dann zehn oder zwanzig Prozent langsamer bist und er so ein Match spielt, dann wird es schwierig.»