Bedröppelt standen die Dortmunder Fußball-Profis vor ihren mitgereisten Fans, die den nächsten Auswärts-Flop kurz nach dem Fünf-Tore-Blackout bei Real Madrid mit lauten Pfiffen quittierten. Trainer Nuri Sahin zeigte am Ende einer gerade auch für ihn ganz bitteren Woche Verständnis für die Reaktion der Anhänger, die ihr Team bis zum Abpfiff des 1:2 (1:1) gegen den FC Augsburg lautstark unterstützt hatten. «Wir sind dran! Wir sind die, die liefern müssen - nur wir», sagte der 36-Jährige.
«Viel Lob an meine Mannschaft und natürlich an Alexis. Er hat überragend gespielt», sagte Trainer Jess Thorup. Bei seinem Startelf-Debüt für den FCA avancierte Claude-Maurice mit seinen Saisontoren zwei und drei zum gefeierten Matchwinner vor 30.660 Zuschauern. Alle zehn Punkte haben die leidenschaftlich auftretenden Augsburger daheim geholt. Der eingewechselte BVB-Profi Almugera Kabar (90.+9) sah in der Nachspielzeit noch Gelb-Rot.
Can kommt und agiert prompt unglücklich
«Man sollte lernen als Trainer aus seinen Entscheidungen», sagte Sahin vor dem Anpfiff zu seinen umstrittenen Wechseln in Madrid. Diesmal musste er auf Verletzungen reagieren. Etwa, als er notgedrungen zur Pause Kapitän Emre Can für den angeschlagenen Waldemar Anton in die Innenverteidigung stellte. Pech für Sahin: Es war ausgerechnet eine verunglückte Abwehraktion von Can, die dem zweiten Tor von Claude-Maurice vorausging. Sahin beklagte hinterher die Gegentore nach «unforced errors», also Fehlern ohne Not.
Die Gesamtleistung des BVB und auch das Aufbäumen in Rückstand waren mangelhaft. Nur in wenigen lichten Momenten blitzte mal die größere individuelle Klasse im Vergleich zum Gegner auf. Etwa beim Führungstor, das einem feinen Zusammenspiel von Torschütze Malen mit Mittelstürmer Serhou Girassy entsprang. Das frühe 1:0 beflügelte jedoch nicht die Gäste, sondern nur den FCA.
Auch den Brüdern Keven (FCA) und Nico Schlotterbeck (BVB) war nach dem Spiel deutlich anzusehen, wer gewonnen hatte, als sie gemeinsam in die Katakomben kamen. «Ich bin natürlich glücklicher und Nico ein bisschen angefressener», berichtete Keven Schlotterbeck.
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