In der A-Klasse in Mittelfranken ist erstmals ein Amputierten-Fußballer in einem Pflichtspiel im Freistaat zum Einsatz gekommen. Nachdem Pierre Kaiser eine Spielberechtigung beim Bayerischen Fußball-Verband (BFV) für den regulären Spielbetrieb beantragt hatte, stand er nun bei der Partie zwischen der SG Dormitz Brand II und der Reserve des TSV Behringersdorf (2:1) zum ersten Mal in einem Spiel auf dem Platz. Kaiser ist der erste Akteur aus dem Amputierten-Fußball. Diese Sportart wurde erstmals Anfang der 1980er Jahre in den USA gespielt. Gespielt wird dabei ohne Bein- oder Armprothese.
Nachbar ließ nicht locker
Seit 2022 trainiert Kaiser bei der Reserve der SG Dormitz Brand im Fußball-Kreis Erlangen/Pegnitzgrund mit. «Mein Nachbar Martin Jäger, der bei uns das Tor hütet, hat immer wieder bei mir angeklopft und nicht lockergelassen, bis ich mich schließlich bereit erklärt habe, einmal im Training vorbeizuschauen. Die Reaktion der Spieler, die mir einen unglaublich herzlichen Empfang bereitet haben, hat dann dazu geführt, dass ich geblieben bin. Ich war sofort Teil des Teams und habe mich nicht eine Sekunde wie ein Spieler mit Handicap gefühlt», berichtete Kaiser.
Mittelfrankens Bezirksvorsitzender Uwe Mauckner wies darauf hin, dass Fußball für alle da sei. «Das ist für uns nicht nur eine hohle Phrase, sondern das Credo, nach dem wir im Verband leben», sagte er. «Pierre ist mit seinem Enthusiasmus und seiner Lebensfreude ein echtes Vorbild, ein Mutmacher für andere Menschen in einer ähnlichen Lebenssituation.»
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten