Augsburgs Fellhauer erzielt schnellstes Bundesliga-Tor (8,4 Sekunden) gegen Bayern
Das Kasperl, Jim Knopf, das Urmel aus dem Eis und ganz viele andere: Wer Magie und Abenteuer sucht, ist seit Jahrzehnten bei der Augsburger Puppenkiste an der richtigen Stelle. Inzwischen aber gibt es noch einen anderen Geschichtenerzähler in der Fuggerstadt: den FC Augsburg. Dessen neueste Story geht so: Der Fußballer Robin Fellhauer erzielt gegen den großen FC Bayern München das schnellste Tor der Bundesliga-Historie. Nur 8,4 Sekunden benötigt der Offensivprofi für seinen Rekordtreffer. Und er düpiert dabei auch noch Manuel Neuer, den viele Jahre lang besten Torhüter der Welt. Als Fellhauer nach dem 2:2 (1:0) gegen den deutschen Rekordmeister zu den Journalisten sprach, war er immer noch am Grinsen. Was für ein Coup für den 28-Jährigen, der erst seine zweite Bundesliga-Saison spielt. «Hat super funktioniert», meinte er. Sofort nach dem Anstoß der Bayern stürmte Fellhauer auf Schlussmann Neuer zu, dem ein Chipball völlig misslang. Fellhauer konnte alleine auf das leere Tor zulaufen und locker einschieben. War dies das leichteste Tor seiner Karriere? «Kann man sagen, ja», meinte Fellhauer lachend. Die bisherige Bestmarke bei den Blitz-Toren hatten sich der Leverkusener Karim Bellarabi und Hoffenheims Kevin Volland geteilt. Sie trafen jeweils nach neun Sekunden - Volland 2015 übrigens auch gegen die Bayern und Manuel Neuer. Beide abgelösten Rekordhalter schickten Fellhauer noch am Abend Grüße, wie dieser stolz erzählte. «Es ist unbeschreiblich, weil ich jetzt bei einer Statistik dabei und Teil von etwas ganz, ganz Großem bin», schwärmte Fellhauer im ZDF. Dass der Führungstreffer und auch Rodrigo Ribeiros zwischenzeitliches 2:1 (64.) nicht zum Sieg reichten, weil Ismael Saibari (55.) und Nathaniel Brown (80) jeweils für die Bayern ausglichen, das schmälerte die FCA-Euphorie kaum. «Wir Menschen leben ja von Momenten», meinte Trainer Manuel Baum. «Und ich glaube, wir in Augsburg haben uns gerade ein paar schöne Geschichten zu erzählen, egal ob es jetzt dieses Acht-Sekunden-Tor ist, egal ob die Leistung heute ganz gut war, der Saisonstart - da wollen wir einfach weiter zusammen dran arbeiten.» Die oft als graue Maus belächelten Schwaben sind eines der spannendsten Teams dieses Saisonstarts in der Bundesliga. Und sie haben tatsächlich schon einiges erlebt in nur fünf Spieltagen: Nach zwei Partien führten sie die Tabelle an. Dann schoss sich Stürmer Michael Gregoritsch zum Rekordtorschützen des Vereins und feierte das mit Käsekrainern und Kaiserschmarrn für alle. Zuletzt stellte der FCA erstmals in seiner Historie gleichzeitig zwei deutsche Nationalspieler in Torhüter Finn Dahmen und Youngster Hennes Behrens. Und nun also Fellhauers Rekordtreffer. «Das Tor nach acht Sekunden ist natürlich Wahnsinn», meinte Baum. «Ich habe gar nicht richtig hingeschaut, da war der Ball schon drin.» Dass mindestens «ein Quäntchen Glück» bei dem Punktgewinn dabei war, das verhehlte der Coach nicht und erinnerte an gleich vier Bayern-Treffer, die wegen Abseits vom Videoreferee aberkannt wurden. Wer weiß, wo die Reise der Schwaben in der Saison noch hingeht - und ob es für diesen FC Augsburg in solch einer Saison ein großes Happy End gibt, wie man es aus vielen Geschichten der Augsburger Puppenkiste kennt. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenFellhauer nun «Teil von etwas ganz, ganz Großem»
Die nächste tolle FCA-Story in dieser Saison
«Quäntchen Glück» bei vier aberkannten Abseitstoren