Deniz Aytekin sitzt da, wo alles angefangen hat, und schaut sich lächelnd um. Früher sei die Schiedsrichter-Kabine des TSV Altenberg eher eine Rumpelkammer gewesen. «Da ist renoviert worden. Es riecht so frisch», sagt er. Im März 1995, mit 17 Jahren, leitete der Franke - nach einem Lehrgang - erstmals ein Fußballspiel: Altenberg gegen Cadolzburg, B-Jugend. «Ich war eigentlich völlig planlos, weil ich nicht wusste: Was mache ich jetzt? Wie gehe ich da raus?»
Am kommenden Samstag endet alles: Aytekin wird am letzten Spieltag sein letztes Bundesliga-Spiel pfeifen. Sein 254. im Oberhaus. Abpfiff für einen, der am Anfang nach eigener Aussage Härte mit Stärke verwechselte, als arrogant galt und 2011 von den Profis zum schlechtesten Referee gewählt wurde. Längst gilt er als der beliebteste - und vielleicht auch beste.
Seinen Abschied - die frühere Altersgrenze von 47 Jahren beim DFB gibt es nicht mehr - hatte Aytekin schon im vergangenen Jahr angekündigt. «Da fiel es mir relativ leicht, weil ich mir gedacht habe, das ist noch ewig hin. Aber jetzt wird es natürlich schon schwerer. Überall, wo man hinkommt, ist es das letzte Mal, dass man dort war», sagt der 47-Jährige im dpa-Gespräch über seine Abschiedstour.