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Kloses Nürnberger behalten Ziel für sich

Miroslav Klose hat mit dem 1. FC Nürnberg wieder die Arbeit aufgenommen. (Archivbild) / Foto: Friso Gentsch/dpa
Miroslav Klose hat mit dem 1. FC Nürnberg wieder die Arbeit aufgenommen. (Archivbild) / Foto: Friso Gentsch/dpa

Sportvorstand Joti Chatzialexiou will beim Trainingsauftakt kein Tabellenziel nennen; Trainer Miroslav Klose stimmt zu. Fünf Neuzugänge trainieren mit.

Mit einem mehrfachen «Servus» begrüßte Miroslav Klose den von Fans heiß erwarteten Trainingsauftakt des 1. FC Nürnberg. Mittelfeldtaktgeber Julian Justvan betrat vor knapp 400 Zuschauern um 14.57 Uhr als erster seiner Spieler den Rasen am Valznerweiher. Klose lehnte anfangs lange zusammen mit Sportvorstand Joti Chatzialexiou an der Werbebande und beobachtete die rund 80 Minuten lange Einheit bei strahlendem Sonnenschein. «Die Lust ist sehr groß», verkündete der ehemalige Fußball-Nationalspieler mit Blick auf die neue Saison.

Worin sich die beiden Führungskräfte des 1. FC Nürnberg einig sind: Sie formulieren kein öffentliches Tabellenziel. «Es bringt ja nichts», meinte der frühere Weltklasse-Torjäger Klose. In seinen ersten beiden Jahren in Franken habe man schließlich gesehen, dass in der 2. Fußball-Bundesliga jede Mannschaft jede schlagen könne. «Wir werden viel auf uns schauen müssen.»

Zehnter, Achter - und jetzt?

Der 1. FC Nürnberg bestreitet seine dritte Saison unter Klose. Der Weltmeister von 2014 führte die Franken in seiner ersten Saison auf Platz zehn, die vergangene Saison schnitten sie als Achter ab.

Vor allem Chatzialexiou hält sich öffentlich zurück. «Zur Platzierung werde ich mich nicht äußern», stellte der 50-Jährige klar. Chatzialexiou hatte vor dem Start der vergangenen Saison ausgerufen, mit dem Traditionsverein unter die Top 25 Deutschlands kommen zu wollen. Nach einem Fehlstart mit nur einem Zähler aus den ersten fünf Zweitligapartien und dem Aus in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den Viertligisten FV Illertissen ist der Nürnberger Sportvorstand vorsichtig geworden.

Nächstes Mal «für sich behalten»

«Ich habe das für mich auch nicht als Fehler wahrgenommen», sagte Chatzialexiou. Allerdings lese man solche Schlagzeilen dann «Woche für Woche» und irgendwann komme man an den Punkt: «Das nächste Mal für sich behalten.»

Unter den 26 Feldspielern und vier Torhütern, die Klose am Montag versammelte, waren auch die fünf Neuzugänge Fynn Otto (SC Verl), Alexios Kalogeropoulos (Olympiakos Piräus), Ioannis Masouras (Omonia Nikosia), Rayan Ghrieb (1. FC Magdeburg) und Can Moustfa (Energie Cottbus). Zudem trainierten die beiden kolumbianischen Gastspieler Miguel Hurtado und Jhawer Diaz mit.

Markhiev und Lotschoshwili im Urlaub 

Klose fehlten bei der ersten Einheit auf dem Rasen nur Mittelfeldspieler Winners Osawe (Innenbandriss am Knie), Torhüter Michal Kukucka (Probespieler beim tschechischen Erstligisten FK Jablonec) und Innenverteidiger Nick Seidel, der sich in finalen Gesprächen mit einem anderen Verein befindet. Adam Markhiev und Luka Lotschoshwili sind nach Länderspielen Anfang Juni noch im Urlaub.

Im Gegensatz zu seinen ersten beiden Saisons in Franken hofft Klose, dass er diesmal keinen Radikalumbruch moderieren muss. Nach Abgängen wie Caspar Jander, Jens Castrop oder Stefanos Tzimas wiegt diesmal bislang nur der Abschied von Innenverteidiger Fabio Gruber richtig schwer, den es in die Bundesliga zum FSV Mainz 05 zog. «Wir sind in einer komfortableren Situation als in den vergangenen beiden Jahren, weil wir nicht zwingend verkaufen müssen», sagte Chatzialexiou.

Durch Grubers Abgang wurde auch der Posten des Kapitäns frei. Zu den naheliegenden Kandidaten gehören Justvan und auch Torhüter Jan Reichert. Klose hat fünf mögliche Nachfolger im Kopf, will sich aber noch Zeit lassen.

Haugen wird kommen

Im Sturm wird es bald einen Neuen geben. Sigurd Haugen von Drittliga-Zwangsabsteiger TSV 1860 München wird sich dem 1. FC Nürnberg anschließen. «Ich bin da sehr zuversichtlich», sagte Chatzialexiou.

Der Wechsel des Norwegers hängt dem Vernehmen nach noch von der ausbleibenden Freigabe der «Löwen» ab, weil Investor Hasan Ismaik den Lizenzentzug angefochten hat. Mit Haugen bekommen die Nürnberger einen Stürmer, der in der vergangenen Saison 16 Mal für die Münchner erfolgreich war. Das ist ganz nach Kloses Geschmack.

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