In mehreren bayerischen Städten legen die Tafeln vorübergehend eine Sommerpause ein. Im August pausieren etwa die Einrichtungen in Bayreuth, Fürth, Erlangen, Augsburg, Ingolstadt und Neu-Ulm ihre Lebensmittel-Ausgaben, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa unter Tafeln in großen bayerischen Städten ergab. Tafeln in Städten wie München, Nürnberg, Würzburg, Schweinfurt und Passau gaben dagegen an, im Sommer geöffnet zu bleiben. «Armut und Not kennen keine Ferien», teilte die Münchner Tafel mit.
Warum schließen einige Tafeln?
Sortieren, räumen, renovieren, streichen: Einige Einrichtungen verweisen auf Arbeiten in ihrer Sommerpause, die während des laufenden Betriebs nicht möglich seien. Ein Sprecher der Tafel Erlangen erklärt: «Die Schließzeit gibt uns die Möglichkeit zur Grundreinigung der Räumlichkeiten, zum Sortieren des Materials und für Sanierungsarbeiten rund um die Ausgabe.» Zudem könnten Reparaturen an den Tafel-Autos durchgeführt werden. Auch bei den Tafeln in Bayreuth und Fürth stehen im Sommer Renovierungsarbeiten an.
Zudem sind viele der ehrenamtlichen Mitarbeiter im Sommer nicht da. Von der Tafelleitung in Neu-Ulm heißt es: «Da wir viele ältere ehrenamtliche Mitarbeiter haben, benötigen diese auch einen längeren Urlaub.» Der Sprecher in Erlangen erklärte: «Für viele ist es auch eine Zeit des Durchatmens.» Ihm zufolge werden die Lebensmittel-Ausgaben von Woche zu Woche herausfordernder, der psychische Stress für die Ehrenamtlichen nimmt zu.