Die sozial orientierten bayerischen Wohnungsunternehmen klagen über extrem gestiegene Kosten für neue Gebäude. Die rechnerisch wirtschaftlich nötige Miete bei Neubauten sei von 2021 bis 2023 um fast zwei Drittel gestiegen, erklärte der Verband der Wohnungswirtschaft (VdW) Bayern, in dem vor allem Genossenschaften oder kommunale Wohnungsunternehmen Mitglied sind, am Montag in München. Die Kosten pro Wohnung seien «viel zu hoch», beklagte Verbandsdirektor Hans Maier. Das bremst auch den Neubau aus: «Mehr Wohnungen wird es von den Mitgliedern erst bei deutlich sinkenden Baukosten wieder geben», sagte er.
Als zentrale Gründe für die Steigerung führt der VdW Baukosten und Zinsen an. In einem Rechenbeispiel für eine Wohnung, die 2021 noch mit einer Miete von 10,95 pro Quadratmeter wirtschaftlich hätte gebaut werden können, hält der Verband inzwischen 18,10 Euro für notwendig. Von der Differenz entfallen demnach 3,98 Euro auf höhere Baukosten, 2,56 auf höhere Zinskosten. «An dieser Preissteigerung verdienen die Vermieter nichts», betonte Maier. «Die höheren Mieten decken nur die gestiegenen Kosten.» Doch Mieten jenseits von 18 Euro pro Quadratmeter könnten sich die meisten Menschen bei Genossenschaften und kommunalen Wohnungsunternehmen nicht leisten.