Rund zwei Milliarden Euro werden nach Angaben der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern (LSG) jährlich bei Sportwetten in Deutschland verloren. Zur Fußball-Weltmeisterschaft warnt die Organisation deshalb: «Sportwetten sind kein harmloser Spaß, sondern Glücksspiel mit einem hohen Suchtpotenzial.»
90.000 Rote Karten gegen Sportwetten
In Kneipen in ganz Bayern will die Landesstelle Glücksspielsucht deshalb nun zur WM rund 90.000 Rote Karten auslegen. Und sie fordert, die Werbung für Sportwetten deutlich einzuschränken, so wie für andere Glücksspiele auch. «Sport sollte für Fairness, Gemeinschaft und Freude stehen – nicht als Einfallstor für Glücksspielrisiken dienen», warnt die Organisation.
Der Suchtexperte Konrad Landgraf erklärt die Hintergründe: «Sportwetten werden von der Glücksspielindustrie äußerst geschickt und gezielt als emotionaler Teil des Spiels inszeniert. Das Problem ist aber, dass viele Menschen dadurch das Bewusstsein dafür verlieren, dass sie echtes Geld einsetzen und reale Risiken eingehen.»