Hier ist von Warenhauskrise nichts zu spüren: Ob KaDeWe, Oberpollinger oder Alsterhaus - Luxus läuft. Und so überstehen die Kaufhäuser in Berlin, München und Hamburg den Zusammenbruch des Signa-Imperiums, das der österreichische Investor René Benko aufgebaut hatte. Die thailändische Central Group übernimmt den Betrieb. Das teilte am Freitag die KaDeWe Group mit, die alle drei Häuser vereint. Der bisherige Mehrheitseigner übernimmt das operative Geschäft komplett. Und in der Geschichte der Traditionshäuser und für die rund 1700 Beschäftigten beginnt ein neues Kapitel; doch noch sind Fragen offen.
Die Kaufhäuser:
Das 1907, in der Nähe des Kurfürstendamms eröffnete KaDeWe («Kaufhaus des Westens») in Berlin wurde in der Nachkriegszeit zum Sinnbild für Konsum und Kaufkraft. Es verfügt über 6.000 Quadratmeter Einkaufsfläche mitten in der Hauptstadt. Neben Freunden von Luxuswaren machen sich täglich auch Tausende Touristen auf den Weg in das renommierte Gebäude. Der Oberpollinger, 1905 eröffnet, sieht sich heute als Departmentstore, orientiert auch an internationaler Kundschaft. Im 1912 als Warenhaus Hermann Tietz eröffneten Alsterhaus schauten sich schon der damalige Prince Charles und Lady Diana um. 728 Millionen Euro Umsatz machten die drei Häuser im Geschäftsjahr 2022/2023 nach Unternehmensangaben. Größter Umsatzbringer ist das KaDeWe.
Die Benko-Jahre:
Karstadt verkaufte die Premiumhäuser vor zehn Jahren an Signa und damit an den Österreicher René Benko. Der holte 2015 Central an Bord. Über hohe Mieten schlug der Immobilien-Investor Benko Kapital aus den Häusern - bis in den vergangenen Monaten steigenden Zinsen, Baukosten und Energiepreise sein verschachteltes Signa-Imperium zum Kollaps brachten. Im Januar ging auch die KaDeWe Group in die Insolvenz. Der Geschäftsbetrieb in den Kaufhäusern läuft aber weiter.