In Aschaffenburg wird an öffentlichen Gebäuden keine Regenbogenfahne mehr gehisst. Sie werde an städtischen Fahnenmasten in diesem Jahr nicht aufgehängt, teilte die Stadt mit.
Der neue Oberbürgermeister Markus Schlemmer (CSU) sagte: «Öffentliche Gebäude und zentrale Fahnenmasten stehen aus meiner Sicht in besonderer Weise für die Gesamtstadt und für alle Bürgerinnen und Bürger. Deshalb möchte ich die offizielle Beflaggungspraxis auf staatliche, städtische und besondere hoheitliche Anlässe konzentrieren.»
Das bedeute «ausdrücklich» keine Distanz zur queeren Community, sagte Schlemmer laut Mitteilung. «Im Gegenteil: Ich möchte queeres Leben nicht als Ausnahme markieren, sondern als selbstverständlichen Teil unserer Stadtgesellschaft achten.» Sichtbarkeit entstehe «für mich nicht allein durch Fahnen, sondern auch durch konkrete Präsenz im öffentlichen Raum, durch Veranstaltungen, Begegnung, klare Haltung und durch den Schutz vor Anfeindungen.»
Außerdem betonte der CSU-Politiker: «Ich lasse mich durch diese Entscheidung auch nicht in eine Ecke stellen oder stigmatisieren. Wer aus einer zurückhaltenden Beflaggungspraxis eine mangelnde Wertschätzung gegenüber queeren Menschen ableitet, wird meiner Haltung nicht gerecht.»